BURKINA FASO: Erste Verurteilung seit Homosexualität illegal wurde

BURKINA FASO: Erste Verurteilung seit Homosexualität illegal wurde
Seit September 2025 sind gleichgeschlechtliche Aktivitäten in Burkina Faso per Gesetz verboten und nun kam es erstmals zu einer Verurteilung. Eine Person erhielt eine zweijährige Haftstrafe, eine Geldstrafe und ein Landesverweis. Dies zeigt, dass die nun regierende Militärjunta ihren Umgang mit queeren Menschen verschärft hat.

Während zahlreiche Staaten in den vergangenen Jahren Homosexualität legalisiert haben, so ging Burkina Faso den gegenteiligen Weg: Nach zwei Militärputschs kam Ibrahim Traoré im Jahr 2022 an die Macht. Der ehemalige Hauptmann der Armee unterstützte die Kriminalisierung ebenso wie es auch sein „Parlament“ tat. Insgesamt 71 der nicht gewählten Mitglieder stimmten im September 2025 dafür, dass gleichgeschlechtliche Aktivitäten künftig illegal und damit strafbar sind. Der Staatspräsident unterzeichnete den Entwurf und setzte ihn damit in Kraft.

Das neue Gesetz ist Teil einer Reform des Eherechts. Zuvor waren gleichgeschlechtliche Handlungen in Burkina Faso nicht strafbar. Doch nun drohen bis zu fünf Jahre Haft und hohe Geldbussen bei einem Verstoss.

Nun berichtet die Afrikanische Menschenrechtskoalition AHRC, dass das neue Gesetz erstmals offiziell zur Anwendung kam. Eine nur mit den Initialen bekannte Person wurde wegen „Homosexualtität und damit zusammenhängenden Praktiken“ angeklagt und nun zu zwei Jahren Haft, einer Geldbusse über 2.000.000 CFA-Francs - rund 2‘830 Schweizer Franken - und zu einem Landesverweis verurteilt. Letzterer tritt in Kraft, sobald die Haftstrafe abgesessen ist.

Die AHRC zeigt sich besorgt über diese Entwicklung. Sie kritisieren das Gesetz grundsätzlich, etwa auch weil es äusserst vage formuliert ist und entsprechend weitreichende Konsequenzen haben kann, je nachdem wie es ausgelegt wird. Weiter seien die Strafen viel zu drastisch, und sie würden zudem auch gegenüber schutzbedürftigen Menschen aus dem Ausland angewandt.

Weltweit gibt es über 60 Länder, welche gleichgeschlechtliche Aktivitäten nach wie vor bestrafen, fast die Hälfte liegen dabei in Afrika. Die Gesetze stammen dabei oftmals noch aus der Zeit der europäischen Kolonialisierung.