RUSSLAND: Gericht büsst booking.com wegen „LGBTI+ Propaganda“

RUSSLAND: Gericht büsst booking.com wegen „LGBTI+ Propaganda“
Nach Apple, Duolingo, Youtube und vielen weiteren internationalen Konzernen wurde nun auch die Buchungsplattform booking.com wegen angeblichen Verstössen gegen das LGBTI+ Propagandagesetz zu einer Geldbusse verurteilt. Das Unternehmen wehrt sich dagegen.

Im Fokus steht ein Newsletter, der an ausländische Partnerhotels verschickt wurde, in welchem auf den anstehenden Pride Month hingewiesen wurde, sowie auf die Unterbringung von LGBTI+ Gästen während dieser Zeit. Die russische Zensurbehörde Roskomnadzor wurde im März 2026 darauf aufmerksam und forderte von booking.com die sofortige Entfernung, da dies gegen das geltende LGBTI+ Propagandagesetz verstosse. Wie das Unternehmen mitteilt, sei man dieser Aufforderung sofort nachgekommen und der beanstandete Inhalt sei bereits am 11. März entfernt worden.

Nun hat das Bezirksgericht Tagansky booking.com aber trotzdem zu zwei Geldstrafen von jeweils drei Millionen Rubbel verurteilt. Dies entspricht zusammen rund 56‘500 Schweizer Franken. Als Begründung heisst es vom Gericht, dass die Inhalte nicht entfernt worden seien. Dagegen setzt sich booking.com nun zur Wehr.

Das Verfahren gegen booking.com ist nur eines von vielen, welches Russland mit der Begründung wegen Verstössen gegen das Anti-LGBTI+ Propagandagesetz angestrengt hat. So wurden bereits Apple, YouTube, Duolingo und viele andere mehr gebüsst, und selbst ein Medienunternehmen musste eine Strafe bezahlen, weil sie über Heated Rivalry schrieben.

Russland intensiviert seinen Kampf gegen queere Menschen immer mehr. So wurden praktisch sämtliche LGBTI+ Organisationen verboten, seit das Oberste Gericht die internationale LGBT-Bewegung als extremistisch eingestuft hat. Auch Bars und Clubs, welche als Treffpunkte für die Community bekannt waren, werden immer häufiger Razzien unterzogen.

Queere Menschen sind daher immer mehr auf sich allein gestellt und können sich nur noch im Untergrund organisieren um nicht Gefahr zu laufen, verhaftet zu werden. Auch gibt es Berichte, dass Verhaftete häufig an die Front in der Ukraine geschickt werden.