TUNESIEN anerkennt erstmals eine gleichgeschlechtliche Ehe, aber...

TUNESIEN anerkennt erstmals eine gleichgeschlechtliche Ehe, aber...
Erstmals hat mit Tunesien ein Land der arabischen Welt eine gleichgeschlechtliche Ehe zwischen zwei Männern anerkannt, zumindest vorübergehend, und dies, obwohl Homosexualität eigentlich ebenso illegal ist, wie eben diese Ehe.

Es war klar, dass diese Neuigkeiten gerade auch in den tunesischen Medien für eine kontroverse und mitunter äusserst LGBTI+ feindliche Berichterstattung sorgen wird. Doch nicht nur dort, denn offenbar weiss auch die tunesische Regierung selber nicht recht, wie sie damit umgehen soll, denn sie wollten weder bestätigen, noch verneinten sie, dass tatsächlich eine gleichgeschlechtliche Ehe zwischen Männern anerkannt wurde, obwohl dies eigentlich illegal wäre, wie schon Homosexualität selber. Man wolle den Informationen nachgehen, hiess es von dort unter anderem.

Der Anerkennung voraus ging ein jahrelanger Rechtsstreit, welcher nun tatsächlich dazu geführt hat, dass die Ehe von zwei Männern, welche sie in Frankreich geschlossen haben, anerkannt wurde. Bei den Beiden, welche aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollen, handelt es sich um einen 31-jährigen Franzosen und einen 26-jährigen Tunesier. Letzterem wurde nun bei den Behörden via seinem Geburtszertifikat offiziell ein Visum für eine Familienzusammenführung genehmigt, damit er mit seinem Mann aus Frankreich in Tunesien zusammenleben kann.

Doch, obwohl das Urteil, wie die Medienanfrage zeigte, von der Regierung noch nicht anerkannt und kommentiert wurde, ist es doch ein riesiger Schritt für ein Land in der arabischen Welt. Der Zivilstatus werde nicht zentral erfasst, liess die Regierung verlauten, und man sei daran diese Informationen einzuordnen. Sollte dies wahr sein, dann wäre dies gegen das Gesetz. Das französische Recht gelte nicht für Magreb-Staaten, und es habe bereits einen Präzedenzfall gegeben in der Stadt Tunis. Dieser sei wieder behoben worden.

Doch trotzdem feiert die LGBTI+ Organisation Shams das Urteil. Man habe gewonnen, heisst es in einem Statement. Sehr wahrscheinlich ist, dass der Visaantrag wieder abgelehnt wird. Zudem wäre es bislang auch nur eine indirekte Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe, denn die tatsächliche Öffnung der Ehe für LGBTI+ Paare liegt nach wie vor in weiter Ferne...