UK: Sexuell übertragbare Krankheiten - abgesehen von HIV - massiv auf dem Vormarsch

UK: Sexuell übertragbare Krankheiten - abgesehen von HIV - massiv auf dem Vormarsch
Bereits im Jahr 2018 erreichten die drei häufigsten Geschlechtskrankheiten, Syphilis, Tripper und Chlamydien, Rekordwerte in Grossbritannien, und 2019 stiegen die Zahlen nochmals sprunghaft an. Schwule und bisexuelle Männer sind dabei am stärksten betroffen...

Der Trend, welcher bereits seit einiger Zeit beobachtet werden kann, setzt sich auch im Jahr 2019 weiter fort, wie die neusten Zahlen von Public Health England (PHE) zeigen. Während die drei verbreitesten Geschlechtskrankheiten (STI) Syphilis, Tripper und Chlamydien bereits 2018 neue Rekordwerte erreichten, so wurden diese im vergangenen Jahr sogar noch übertroffen. So stiegen die Fälle aller sexuell übertragbaren Krankheiten innerhalb eines Jahres um rund fünf Prozent auf 468'342 Fälle.

Insgesamt entfielen dabei 77'371 Fälle von STI auf Männer, die Sex mit Männer (MSM) haben. Dabei betrafen 44 Prozent Tripper, rund 30 Prozent der Fälle waren Chlamydien.

Im Testprogramm des PHE bereitete den Behörden vorallem der Anstieg bei Tripper sorgen. So stiegen dort die Zahlen von 56'232 auf 70'936, was einer Zunahme von 26 Prozent entspricht. Gleichzeitig stellt dies die höchste Zahl an Tripper-Fällen in Grossbritannien dar, seit im Jahr 1918 mit der statistischen Erfassung begonnen wurde. Der Hauptteil der Fälle trifft dabei queere Männer, oder andere Männer, die Sex mit Männern haben. Es wurde aber auch ein beachtlicher Anstieg bei Frauen und heterosexuellen Männern festgestellt. Bei Syphilis betrug die Zunahme zudem rund zehn Prozent, und bei Chlamydien waren es zwei Prozent.

Auch bei den Chlamydien war die Zunahme bei den MSM erschreckend hoch, wie aus den Zahlen des PHE hervorgeht. So gab es innerhalb der letzten vier Jahren einen Anstieg von 83 Prozent. Doch auch ein anderer Punkt bereitet Sorge: So wurden seit 2015 insgesamt rund 15 Prozent weniger Tests in Bezug auf Chlamydien durchgeführt.

Als Hauptgrund für den Anstieg bei den STI bei MSM sehen Experten vor allem die häufig wechselnden Partner, der Verzicht auf Kondome bei Analsex, aber auch Chemsex. Der Terrance Higgins Trust macht zudem auch konservative Politiker dafür verantwortlich, welche die finanziellen Mittel für Präventionsprogramme rund um die sexuelle Gesundheit stark reduziert haben.

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