UNGARN: Die Budapest Pride darf dieses Jahr wieder regulär stattfinden

UNGARN: Die Budapest Pride darf dieses Jahr wieder regulär stattfinden
Im vergangenen Jahr noch verboten, so will die Polizei in Budapest diesmal der Pride keine Steine mehr in den Weg legen: Es gebe keinen Anlass für ein Verbot dieser Versammlung. Doch es gibt trotzdem auch ein Aber: Es wurden am gleichen Tag auch drei Gegendemonstrationen bewilligt.

Im vergangenen Jahr entwickelte sich die Budapest Pride zu einem wahren Boomerang für den damals noch amtierenden Ministerpräsidenten Viktor Orban. Wenige Monate vor dem Anlass boxten er und seine Partei ein Verbot von Pride-Veranstaltungen durch das Parlament und entsprechend erhielt die Pride auch keine Genehmigung. Das Verbot wurde sogar in der Verfassung verankert. Genützt hat es wenig, denn die LGBTI+ Community wollte sich dieses Grundrecht nicht nehmen lassen, und rief zur Grosskundgebung auf.

Queers und verschiedenste Politiker:innen aus ganz Europa reisten als Zeichen der Solidarität nach Budapest um an der Pride teilzunehmen. Und auch in Ungarn selber konnte weit über die LGBTI+ Community hinaus mobilisiert werden, und so wurde die Budapest Pride nicht nur zu einer Demonstration für die Rechte queerer Menschen, sondern vor allem auch zu einer Demonstration gegen Viktor Orban und dessen Politik. Dass es dann auch noch eine der grössten Demonstrationen wurde, welche Budapest in der jüngeren Geschichte erlebt hat, war ein eindrückliches Zeichen.

Mittlerweile bekam Orban seine Quittung und er wurde bei den Wahlen im April überraschend deutlich abgewählt. Peter Magyar ist sein Nachfolger, und obwohl auch er als Vertreter der Konservativen gilt, hat er sich bereits mehrfach für Gleichgberechtigung und gegen Diskriminierung ausgesprochen.

Am 27. Juni soll nun die nächste Budapest Pride stattfinden, haben die Veranstaltenden bekanntgegeben. Die Polizei hat sich dazu auch zu Gesprächen mit den Organisator:innen getroffen und danach erklärt, das es keine Gründe gebe, diese Versammlung nicht zu genehmigen. Somit kann die Pride wie geplant stattfinden.

Es gibt allerdings auch ein Aber, und dies ist aufgrund des aufgeheizten Klimas nicht unerheblich: Die Polzei hat auch eine Genehmigung für drei Gegendemonstrationen erteilt. Diese dürfen damit stattfinden, sie müssen sich jedoch von der Pride selber fernhalten. Nun bleibt die Frage, ob sich die Teilnehmenden daran halten werden. Frühere Gegendemonstrationen sind auch schon ziemlich gewalttätig geworden, angeheizt durch Rechtsaussen.